Ameisen – zwischen Nützling und Plage

 Die Gesundheitspolizei des Waldes 

Ameisen werden oftmals als Schädlinge und Plage angesehen, in Parks oder Gärten wird ihre Anwesenheit als lästig empfunden, da sie Isolierungen von Häusern zerstören können und deshalb werden sie hier bekämpft, obwohl die kleinen Insekten eigentlich sehr nützlich sind! Insbesondere im Wald spielen sie eine wichtige Rolle. In Deutschland gibt es zum Beispiel 23 verschiedene Arten der Waldameisen, wovon es nochmal 4 Untergattungen gibt. Die rote Waldameise ist eine davon.

Im Wald erfüllt sie folgende wichtige Funktionen: 

  • Verhindert die Vermehrung von Schädlingen
  • sorgt für eine bessere Belüftung und dadurch wird die Fruchtbarkeit des Waldbodens verbessert
  • Beseitigt als die „Gesundheitspolizei“ tierische Überreste 
  • Verbreitung von Samen von Pflanzen
  • Ist für verschiedene Insekten eine Nahrungsquelle, sowie auch für bestimmte Vogelarten
  • Für Vögel ist der Bau ein Wellnesstempel – sie suhlen ihre Federn darin, um es von Parasiten befreien zu lassen
  • Sie fördert das für viele Insekten notwendige Honigtau
  • Gastgeber in ihren Nesthügeln für weitere Insekten (Ablage der Eier, usw.)
Ameisen, Quelle: luise_pixelio.de

Ameisen – Wissenswertes

Es handelt sich bei der Roten Waldameise (Formica Rufa) um eine Ameisenart der Hautflügler, die in weiten Teilen Asiens, Nordamerikas, Mittel- und Nordeuropas beheimatet ist. Sie lebt in Laub- und Nadelwäldern. An sonnigen Lichtungen und Waldrändern bauen die Roten Waldameisen aus Fichtennadeln, Zweigen und sonstigen Pflanzenmaterial ihre Ameisenhügel, die von bis zu 2 Millionen Ameisen bevölkert sein können. Den Tieren dienen die Ameisenhügel als Speicher für ihre Vorräte sowie als Brutstätte. In dem Hügel befinden sich weit verzweigte Gänge und Kammern, die sich teilweise auch unter der Erde fortsetzen, dort werden die Eier der kleinen Insekten abgelegt und die Larven vor Feinden geschützt. Die gesamte Kolonie überdauert unterhalb des Ameisenhügels die Wintermonate. Die Gänge des Hügels sind so angelegt, dass kleine Schäden innerhalb von kurzer Zeit repariert werden können und dass kein Wasser eindringen kann. Wenn die Ameisen Nahrung suchen, entfernen sie sich nie weiter als 50 Meter von ihrem Bau weg. Sie folgen dabei Ameisenstraßen, die mit Pheromonen gekennzeichnet wurden. 

Ameisen, Quelle: Holl-Engelbert_pixelio.de

Die Arbeiterinnen werden zwischen 5 und 7 Millimeter lang und haben kurze Flügel, außerdem sind ihre Geschlechtsorgane verkümmert. Die Königinnen wiederum werden bis zu 11 Millimeter lang und sie besitzen keine Flügel. Aus einem schlanken Vorderleib und einem rundlichen Hinterleib mit 2 abgeschnürten Gliedern dazwischen, besteht der Körper der Roten Waldameise.  Der Kopf, Beine und Hinterleib ist Schwarzbraun, der Restliche Körper ist von  intensiver  roter Farbe.  Innerhalb einer Kolonie, des ausgeprägten sozialen Gefüges, sind nur die Königinnen für die Fortpflanzung zuständig und ab März legen sie unentwegt ihre Eier. Die Männchen sterben gleich nach der Paarung, der Samen wird von den jungen Königinnen in einer sogenannten Samentasche aufbewahrt. Entweder sie gründen einen neuen Staat oder dringen in andere Ameisenbauten ein, töten da die Königin und übernehmen anschließend deren Rolle. 

Ameisen, Quelle: Gila Hanssen_pixelio.de

Ameisen – Zum Bau

Die Waldameisen sind die perfekten Baumeister. In der Regel wird das Nest über einem toten Baumstamm an leicht schattigen Stellen am Waldrand erbaut. Überirdisch kann ein Nesthügel durchaus bis zu 2 Meter hoch werden. Zahlreiche Kammern und Gänge durchziehen auch unter der Erde das Nest. Sie dienen zum Nisten der Eier, zur Aufzucht der Brut und zur Vorratshaltung. Es handelt sich bei den Nestern um keine statischen Gebilde, sondern die Nester befinden sich stets im Umbau. Als Baumaterial dienen Rinden, kleinere Holzstücke, Nadeln von Fichten und Kiefern. Baumharz und kleine Steine, die zur Desinfektion dienen, werden außerdem verbaut. Um eine Zersetzung des Materials vorzubeugen, wird das Nestmaterial ständig ausgetauscht, wobei trockenes nach innen und nasses Material nach außen transportiert wird. Die Tiere versuchen dabei, im Nest eine Temperatur zwischen 20 Grad Celsius und 30 Grad Celsius konstant zu halten. Einerseits erreichen sie das durch ihre Eigentemperatur und andererseits auch durch die Wärme, die bei der Zersetzung des Materials entsteht. Die Absorbierung der  Wärme durch die Strahlung der Sonne, kommt außerdem hinzu. Die Menge wird durch die Form der Kuppel und der Größe des Nestes geregelt. Zusätzlich wird die Temperatur durch das schließen und öffnen der Gangsysteme von den Ameisen selber reguliert. 

Ameisen, Quelle: Günter Pichler_pixelio.de

Ameisen – Aufgabenverteilung 

Innerhalb einer Ameisen Kolonie sind die Aufgaben untereinander genau verteilt: 

Innendienst: Wärmeträgerinnen, Königspflegerinnen, Weckerinnen, Beutezerlegerinnen, Brutpflegerinnen, Nestreinigerinnen, Speichertiere und Wächterinnen 

Außendienst: Blattlausmelkerinnen, Blattlauswächterinnen, Straßenbauerinnen, Sammlerinnen, Materialbeschafferinnen, Trägerinnen und Jägerinnen 

Ameisen -Fazit

Auf jeden Fall sind Ameisen wichtig für die Natur und Umwelt. Welche fatalen Folgen es hätte, wenn die Ameisen verschwinden würden, könnt Ihr gerne auch hier nachlesen. Obwohl ich sehr tierlieb bin und mir unsere Natur am Herzen liegt, möchte ich Ameisen nicht bei mir Zuhause in den eigenen 4 Wänden haben. 

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